Projekt
Ausreden-Generator
Ein Skript, das dir auf Knopfdruck glaubwürdige Ausreden fürs Zuspätkommen liefert.
Das erste Projekt, bei dem man grinsen muss. Und genau deshalb ist es gut: Du baust vier Bausteine — Variable, Liste, Zufall, Funktion — und merkst dabei kaum, dass du gerade programmieren lernst.
Der Weg dahin
1. Ein Satz aus Bausteinen. Erst mal gar kein Zufall. Leg drei Variablen an und setz daraus einen Satz zusammen:
wer = "Ich"
was = "komme zu spät"
grund = "die Bahn gestreikt hat"
Dafür brauchst du einen f-String — ein String mit einem f davor, in dem
alles in geschweiften Klammern durch den Wert der Variable ersetzt wird:
name = "Chris"
print(f"Hallo {name}!") # -> Hallo Chris!
Ziel: Ich komme zu spät, weil die Bahn gestreikt hat.
Wenn das steht, änder mal nur den grund und lass es neu laufen. Du musst an
genau einer Stelle etwas ändern — dafür sind Variablen da.
2. Eine Liste voller Ausreden. Eine einzige ist langweilig. Eine Liste hält mehrere Werte in einer Reihenfolge:
gruende = [
"die Bahn gestreikt hat",
"mein Wecker kaputt ist",
"mein Hund den Bus gefressen hat",
]
print(gruende[0]) # -> die Bahn gestreikt hat
Achtung, der Klassiker: Das erste Element hat Index 0, nicht 1. Zähl in deiner Liste mal laut mit — 0, 1, 2 — und schau, wo du beim „dritten Element“ landest. Dieser Stolperstein tut einmal weh und sitzt dann für immer.
3. Der Zufall. Jetzt sucht das Programm selbst aus:
import random
print(random.choice(gruende))
Führ es mehrmals hintereinander aus. Dann pack noch drei eigene Ausreden in die Liste — je alberner, desto besser.
4. Aus dem Skript wird ein Werkzeug. Zum Schluss kommt alles in eine Funktion. Eine Funktion ist ein Block Code mit einem Namen — wie ein Knopf, den du einmal baust und danach beliebig oft drückst:
def ausrede():
...
return f"Ich komme zu spät, weil {random.choice(gruende)}."
print(ausrede())
print(ausrede())
Die Klammern beim Aufruf drücken den Knopf. Ohne Klammern (ausrede) meinst du
den Knopf selbst, nicht das Drücken. Auch das ein Fehler, den jeder einmal
macht.
Woran du merkst, dass es fertig ist
Es gibt hier keinen grünen Haken — die Ausgabe ist ja jedes Mal anders, da lässt sich nichts automatisch prüfen. Der Test ist: Läuft es, und musst du grinsen?
Zeig mir deinen fertigen Generator und lass ihn ein paarmal laufen. Danach gehen wir zusammen durch: Variable → Liste → Zufall → Funktion. Vier Bausteine, ein ganzes kleines Programm.
Und wenn du Lust hast, reden wir kurz darüber, warum ein Zufallsprogramm eigentlich kein „richtiges Ergebnis“ hat — das ist eine interessantere Frage, als sie klingt.